The Mouse Folk – das ist Leichtigkeit, das ist im Regen mit offenem Verdeck durchs Grün fahren, das ist mit geöltem Fahrrad zwei Minuten weniger brauchen, als sonst. Aber eben nicht nur. Denn alles, was The Mouse Folk mit ihrem Album Handle With Care veröffentlichen, hat neben diesem Leichten und Angenehmen irgendwie auch den Hauch eines Schattens. Wenn auch nur eines Halbschattens.
The Mouse Folk begeben sich, während sie feinste Road-Trip-Musik präsentieren, mit ihrer Musik selbst auf einen. Auf einen Trip über den Berg, den so ein Release bedeutet. Und dabei klingen sie – verzeiht mit bitte diesen Vergleich – ein wenig nach Virginia, jetzt! und einer dieser englischen Indie-Bands, deren Namen ich immer vergesse.
Wo es beim Road-Trip aber immer nur um eine Der-Weg-Ist-Das-Ziel-Story geht, kann man auf Handle With Care ein Ziel erkennen. Den Schlusspunkt einer Reise. Die Almhütte nach dem harten Aufstieg, sozusagen. Bis dahin braucht es aber ein bisschen Zeit. Zeit um da etwas reifen zu lassen. Ein saftiges Musikstück. So saftig, wie das bei einer Folk-Band eben möglich ist.
Und dann geht’s den Berg wieder runter. Da wird’s langsamer, ein wenig melancholischer und (noch) charmanter. Aber vor allem bleibt es sommerlich – ein Wort, welches, nach langer Überlegung, wohl am meisten zutrifft. Sommerlich.
Und dann, nachdem The Mouse Folk ihre kleine Bergwanderung musikalisch untermalt haben, machen sie etwas, was nicht das Gewöhnlichste ist, aber natürlich auch nicht zum ersten Mal passiert: Sie remixen sich selbst und lassen die musikalische Reise damit locker und luftig ausklingen. Powel lässt da schon wieder eher härtere Töne anklingen – und zwar so, dass man mit dem Remix einen spürbaren Kontrast zum Rest von Handle With Care hat. (Um genau zu sein, traue ich mich nicht so recht es in den Vordergrund zu stellen; aber der Powel-Remix ist schon ziemlich ravig!) Lake People gibt dem Ganzen dann noch einen sehr guten Abschluss. Seine Version von Cows, Cars & Ships ist so sehr anders als alles andere auf dieser LP, aber doch so harmonisch dazu abgestimmt, das man meinen könnte es wäre ein weiteres Stück von The Mouse Folk – bloß, dass die Gitarren und der Gesang fehlen …
Auf mikrokleinstgarten kommt da am 1. August eine handverlesene, mit viel Liebe, Fleiß und Schweiß erarbeitete Platte heraus. Eine, die wir auf jeden Fall hören werden, wenn wir Leichtigkeit verspüren, im Regen mit offenem Verdeck durchs Grün fahren oder mit geöltem Fahrrad zwei Minuten weniger brauchen, als sonst. Aber auch sonst, wird sie einen der schöneren Plätze in unserem Plattenregal einnehmen – jedenfalls in unserem digitalen Plattenregal. Sie sieht nämlich auch noch gut aus.
Dieses Album-Set ist nicht vollständig! Wir haben es aus den auf Soundcloud hochgeladenen Tracks zusammengestellt. Da fehlen noch ein paar.


1 comment
Lost and Found Sieben | itsours.de says:
Aug 7, 2012
[...] seinem Remix von For All I Know direkt härtere Töne an. Wir haben den Track erst kürzlich auf dem neuen Album von The Mouse Folk gefunden und uns direkt verliebt. Wobei so viel hartes eigentlich gar nicht zu [...]