
Sehr geehrter Herr Föllmer, sehr geehrter Herr Bönsch und sehr geehrter Herr Colditz.
Zu Beginn: Sie machen es mir wirklich schwer ein Review in Briefform zu verfassen, da mir bei ihrer etwas undurchsichtigen Bandstruktur, die ja auch auch schon mal acht Personen gefasst hat, nicht ganz klar war, wen ich denn jetzt anzuschreiben habe. Und auch in Ihrer dem Presse-Kit beiliegenden Bandbeschreibung stehen noch vier weitere Musiker. Diese mögen sich jetzt im Zweifelsfall also einfach mit angesprochen fühlen, ja?
Nun zu Ihrer Platte, die Sie nach viel zu langer Wartezeit – ihr letztes “Release” mit Ihrer Promo-EP liegt immerhin auch schon wieder vier Jahre zurück – endlich für die breite Masse erreichbar geworden ist.
Sie haben da, und da muss ich Sie ja ganz klar alle ansprechen, eine wirklich gute Arbeit geleistet. Die Musik, die Sie uns auf Ihrem Debüt-Album anbieten, ist gleichermaßen ungewohnt, wie – auch wenn ich in diesem Fall jetzt womöglich nur für mich sprechen kann – bekannt.
Bekannt, weil wer aus Erfurt stammenden, dürften der lilabungalowesken Musik durchaus das ein oder andere Mal im alltäglichen Kulturbetrieb begegnet sein. Aber auch ungewohnt, da der gemeine Musikhörer solche Klänge bis dato noch nicht kennen lernen durfte: eine sehr unkonventionalle, oder eher neue Art von anarchistischem Elektro-Pop mit Jazzeinlagen. Wenngleich ich mir sicher bin, dass sich das musikhörende Volk sehr schnell an diese Art von Musik gewöhnen dürfte – wo sie doch so gut klingt.
Etwas erstaunt war ich, ob der Veröffentlichung von den Titeln Fuck You All Re, sowie Switzerland. Doch war ich nicht etwa erstaunt, weil dieses Musikstücke mir nicht zusagen würden, sondern weil sie bereits auf Ihrer Promo-EP aus dem Jahre 2008 zu finden sind, man es ihnen aber nicht anmerkt. Sie harmonieren wirklich hervorragend im Lied-Gefüge Ihres vorliegenden Debütalbums.
Gleichermaßen staunen muss ich ob der wechselhaftigkeit Ihrer Kompositionen. Sie kombinieren, beispielsweise in dem Lied Double 8 und auch im gleich darauf folgenden, bereits erwähnten Titel Switzerland, sehr rabiate Klänge mit einem äußerst melodischen Refrain, ohne dabei jedoch im Arrangement daneben zu greifen. Eine bemerkenswerte Leistung, die ich hiermit gewürdigt haben will. Der Absatz klingt mir persönlich zu gestelzt.
Am meisten sagt mir, Slow Mo Tiger zu. Dieses Lied ist ein wunderschönes Beispiel dafür, wie Sie, werte Musikkapelle, es schaffen Ihre Instrumente zu arrangieren, mit elektronischen Einflüssen zu spielen und hin und wieder einmal ein geborgtes Klangstückchen einzuflechten – oder irre ich mich in diesem Fall etwa? – und dazu auch hier wieder mit den verschiedenen Klangfarben spielen können.
Ich bedanke mich bei Ihnen nochmals für diese durchaus gelungene Debüt-Veröffentlichung, die mit 12 Titeln genau die richtige Länge hat, um sich auch zukünftig Veröffentlichungen ihrer Musikkapelle wünschen zu können. Ich hoffe Sie erreicht dieser “Brief” auf direktem, oder meinetwegen auch indirektem Wege – nicht, dass ich mir die Mühe dieser unglaublich kreativen Rezensionslösung umsonst gemacht habe. Obwohl … Die anderen Menschen dieses Planeten interessiert das ja vielleicht auch!
In diesem Sinne, meine Herren!
Mit freundlichen Grüßen,
jonas.
PS: Auch Ihre Frankfurt-Wette finde ich sehr amüsant!
PPS: Deswegen fordere ich einfach alle Frankfurter Leserinnen und Leser auf, zum Konzert zu gehen und eine Kamera mitzunehmen. Alle Bilder von Patrick Föllmer aka Ramona, die an jenem 27.10. im Frankfurter Tanzlokal Nachtleben gemacht werden, bitte ich umgehend zu uns zu senden, damit wir der Welt zeigen können, wie ernst Lilabungalow es mit Wetteinsätzen meint.


1 comment
Lilabungalow – Double 8 | itsours.de says:
Apr 18, 2013
[...] ist nun wirklich schon eine ganze Ecke Zeit vergangen, seit das Lilabungalow-Debütalbum erschienen ist. Jetzt kommt das nächste Video. Und wir dürfen uns ein wenig zusammenreimen, woher [...]