Tørek hat für uns die zweite ITSOURSENDUNG aufgenommen. Weil er leider gerade sehr wenig Zeit hat, konnte er uns keine Bilder für unser Interview in Bildern machen. Damit er aber nicht nur mit dem Podcast davon kommt, gibt es hier einige sehr persönliche Zeilen über den jungen Mann, der hinter unserem letzten Podcast steckt.

Tørek ist mir beim Hohen C sieben über den Weg gelaufen. Also zum ersten Mal. Und auch eigentlich nur musikalisch gesehen. An dem Abend hat er mich sofort gekriegt. Erst hatte ich mich bei Pantha du Prince in andere Sphären gefeiert. Danach hatte ich sozusagen meine House-Nahtoderfahrung. Was jetzt vielleicht etwas übertrieben gesagt ist. Warum wäre ich denn sonst zu der Party gegangen, wenn ich nicht von vornherein die Musikgemocht hätte. Aber das ist eine andere Geschichte! An diesem Abend wurde Tørek für einige Stunden meine Schallplatten-Messias. Zwar nur, weil ich ein Greenhorn auf dem Gebiet war und mit den echten Namen der Szene nichts anfangen konnte, aber das ist egal. Denn ich wusste es nicht besser!

Was Tørek damals gespielt hat, war, wie man in dem 10-minütigen Schnipsel ganz gut hören kann, relativ sanft. Aber als junger, techno-unerfahrener Mensch steht man auf so was. Mittlerweile hat sich das ein bisschen geändert bei ihm. Die Platten von damals sind zwar mit Sicherheit nicht aus der Sammlung verschwunden und garantiert stauben sie auch nicht ein. Aber dennoch wird jetzt gern auch mal zu härteren Tonkalibern gegriffen. Das kann der Tanzkultur in Erfurt nur gut tun, wenn es jemanden gibt, der zwischen den Genres wandelt und dabei trotzdem stil- und zielsicher die richtigen Platten aus dem Koffer zieht.

Das klingt alles ganz schön. Und vor allem so, als würde ich nur Positives von mir geben wollen. Um ehrlich zu sein, tue ich das auch sehr gern – schließlich machen wir hier ja auch nur Sachen, die uns gefallen. Das ist dann meistens positiv belastet. Nichtsdestotrotz scheue ich mich nicht davor, hier auch einige Worte zu verlieren, die nicht sofort einer Lobeshymne gleichen. Tørek hatte vor ungefähr einem Jahr einen kleinen Durchhänger. Blödes Wort irgendwie. Aber er meinte zu der Zeit selbst, dass er zu oft gespielt hätte. Da war ein bisschen die Luft raus. Es war nicht mehr so frisch. Das war auch bei unserer Erstsemester-Party in Weimar so. Das war auch, wenn ich mich recht etnsinne, für eine gewisse Zeit das letzte Mal, dass ich Tørek habe spielen sehen. Denn dann gabs erst mal eine Weile keine Party mit Tørek-Musik. Das ist, wenn ich ein wenig darüber nachdenke, ein ein gar nicht mal so unfeiner Zug. Vor allem, wenn man in Betracht zieht, dass er nach der Pause fast besser war, als vorher. Eine komplett subjektive, nicht mit Fakten zu beweisende Aussage, die aber durchaus stimmen kann.

Jetzt höre ich mir Tørek aber wieder sehr, sehr gern an. Nicht nur, der Musik wegen, sondern auch, weil ich ihn jetzt ein bisschen besser kenne. Denn mittlerweile habe ich ihn nicht nur hinterm DJ-Pult zu Gesicht bekommen, sondern wechsel hin und wieder in paar Worte mit ihm vor den Plattentellern. Wenn wir uns über den weg laufen, macht das irgendwie gute Laune, weil Tørek keiner ist, der sich mit seiner DJ-Tätigkeit profilieren will, sondern eher jemand, der gern auch mal über was anderes schnackt, als über die letzten Parties, oder die freshesten Hits. Ein wirklich cooler Typ, ein ehrlicher und sympathischer Zeitgenosse, ein Mann, der, nebenbei bemerkt, auch noch einen sehr guten Kleidungsstil zu pflegen weiß.

Ich freue mich schon auf ein sehr gut bestücktes Programm des diesjährigen Sommers. Denn da hat Tørek einige äußerst respektable Termine in seinem Kalender vorzuweisen. Die Fête de la Musique in Erfurt am 21. Juni, oder auch das Somedate-Open-Air am 2. Juni in Weimar.