Ich war am Mittwoch mal auf der f/stop. Zugegeben, das war mein erstes Mal, mir fehlt also der Vergleich. Thematisch hat mich das Ganze aber sofort eingefangen. The History Of Now, oder eben die Macht der Bilder und die Problematik der dokumentarischen Berichterstattung klingt schon ziemlich interessant und deckt sich inhaltlich auch mit Teilen meines Studiums der Medienwissenschaften. Insofern war vor allem die Ausstellung in der Werkschau, die sich mit aktuellen Geschehnissen in Afghanistan und Ägypten oder dem Militärputsch in der Türkei 1980 befasst, interessant für mich. Es ist schon verrückt, dass hier Fotografen und Künstler das eigene Medium in den Fokus rücken um, ich denke da besonders an die Macht der Bilder und die Inszenierung in den Medien, sich gewissermaßen selbst zu hinterfragen. Die f/stop Plattform in der Halle 14 gehört ganz Studierenden aus Essen, Leipzig und Berlin. Besonders hier ist mir aufgefallen wie ratlos selbst unser Guide manchmal war. Dann ist es schon komisch, wenn man als Betrachter keinen Schimmer hat, vor was er da steht und was es einem sagen soll. Anscheinend ist das noch niemandem aufgefallen. Womöglich ist aber genau dieses Fachsimpeln auch Teil der Kunst. Ich halte mich also besser zurück. Das ältere Pärchen, das ab und zu ein bisschen gelauscht hat, sah aber teilweise richtig erleuchtet aus.

Ich schätze in der Zugänglichkeit liegt das große Problem von Kunst im Allgemeinen. Man möchte reflektieren, was man da sieht und sich darüber unterhalten. Aber dazu ist ein Mindestmaß an Vorwissen nötig, ohne das ich nicht mitreden kann. Und natürlich ist der Experte einer von den Coolen Jungs auf dem Hof, weil ihm schon beim Namen der Künstler ein Licht aufgeht. Aber wenn ich, als Laie vor einer Fotografie stehe, die die Macht der Bilder kritisiert, brauche ich Anhaltspunkte die mir helfen zu verstehen in welchem Kontext das alles abläuft. Führungen sind da ein Segen. Wenn man dann, so wie wir, inklusive Führer nur zu viert unterwegs ist, ist der Zustand erreicht, den ich als optimal bezeichnen würde.

Wenn ihr bis Sonntag nochmal Zeit habt, nutzt die Chance und nehmt euch einen Führer mit, der ein bisschen was erzählen und eure Gedanken gelegentlich in die richtige Richtung schubsen kann.