Wenn man sich eine MP3 oder ein WAV-File im Internet kauft, dann macht das natürlich einen riesen Gaudi, weil man sich Musik anschafft, die man wirklich mag – die, die man nicht so doll mag laden die meisten sicher irgendwo kostenlos. Aber wenn man eine Platte in der Hand hält, und da ist es fast egal ob das CD oder Vinyl ist, dann kann man den Aufwand erst wirklich nachvollziehen, die eine solche Veröffentlichung mit sich bringt. Musik bei Beatport feil bieten kann ja mittlerweile fast jeder. Eine Qualitätskontrolle gibt’s da kaum. Umso schöner ist es, wenn man eine Scheibe in der Hand hält, die einen wirklichen Wert hat, den man schon dem Äußeren ansieht.
Bei der Freund Der Familie SOUL #1 steckt jedenfalls richtig Seele drin. Nicht nur in der Musik, sondern auch in der Verpackung. Naturbelassene Pappe für das Cover, ein schwarzes Inlay und eine weiße Colorpress Vinyl. Das macht optisch einiges her und passt hervorragend zu dem, was dann akustisch auf einen zu kommt.
Mit der SOUL #1 hält man etwas in den Händen, zu dem mein Mitbewohner ziemlich jazzy sagen würde. Und das jetzt gar nicht abwertend gemeint. Schöne Grooves im Viervirteltakt eben. Die findet man in dieser Hit-orientierten Musik-Gesellschaft, die wir ja mittlerweile auch im elektronischen Bereich haben, eher selten – passt anscheinend nicht so zum Mainstream. Womit bewiesen wäre, dass diese Platte kein Mainstream ist. Was sicher auch an der Limitierung auf 200 Pressungen liegt.
Mit dem Bestrafungstanz von Boytalk – endlich habe ich einen Titel von Boytalk! – fängt das an und hört auf mit dem Monkey Maffia-Remix von Klinke auf Cinch’s Nieselregen. Dem sollte wohl anscheinend nicht genug sein: es gibt auch noch eine kleine Scratch-Tool-Zugabe von Klinke auf Cinch. Mir besonders ans Herz gewachsen ist der Bestrafungstanz in Filburts Too Late Mix. Denn der verbindet den relaxten Sound in meinen Augen am besten mit dem Dancefloor.
Ich war in den ersten 10 Sekunden, als die Platte ihre Runden drehte, etwas enttäuscht. Aber nach und nach kam dann ein wohliges Gute-Laune-Gefühl auf. Eine Platte, die nicht nur wegen der lauschigen Musik empfehlenswert ist, sondern auch weil sie als Gesamtpaket besticht!
Vier kleine Appetithäppchen:


2 comments
fab says:
Feb 8, 2012
schöner artikel, schöne pantoffeln.
Jonas says:
Feb 8, 2012
danke. aber genau genommen handelt es sich um puschen.