
Das Leipziger Kollektiv Esoulate kenne ich eher durch die zahlreichen Veranstaltungen in der Stadt, als durch seine Label Arbeit. Als dieser Tage das bereits dritte Release die Runde durch die Netzwerke machte, kam ich nicht umhin auch mal einen Blick zu riskieren. Ich bin bekanntlich ein großer Fan von kostenlosen Inhalten. Weniger weil es um das kostenlose an den Inhalten geht, oder ich zur viel gegeißelten Generation Kostenlos gehöre, sondern mehr weil mir Creative Commons als alternatives Rechtemodell gut gefallen. Die große Vielfalt an Netlabels da draußen gibt mir recht. Gut zu Wissen also, dass es auch in Leipzig Netlabels gibt.
The Green Nylon Bag von Sunset & Bigalke ist gut, wenn auch ungewohnt hart. Nach diesem sehr melodiösen Winter ist das aber willkommene Abwechslung. Endlich wieder rohe und dreckige elektronische Tanzmusik. Grace von Tonsystem Klangkunst wäre in meiner Auswahl, wenn ich hier und jetzt ein Open Air zu beschallen hätte. Grace ist knackig und will, unterbrochen von kleinen Verschnaufpausen, eigentlich immer nach Vorne. Trotzdem hat die Bassline etwas verträumtes. Spätestens wenn in der zweiten Hälfte des Tracks der verspielte Synthesizer ins Spiel kommt tauche ich dann ab in meine Traumwelt. Dsant’s American läuft fast wie geschmiert. Einziges Manko: Die Vocals sind zu leise. Man hört, dass da was ist, aber eben nicht was das da ist. Nun ist es ja auch hier vor allem eine Geschmacksfrage, ob und wie diese Art von Vocals ankommt. Bei mir jedenfalls beißt sowas auf Granit. Translation von Alex Bull & Private ist solider stampfender Tech House. Der Track wird sicher nicht zu meinen Favoriten gehören, hat dafür aber eine Bassline, die schöner kaum rollen könnte. Immerhin bleibt der Track dadurch in Erinnerung.


2 comments
Georg says:
Apr 18, 2012
ein schönes review.
merci beaucoup
Jonas says:
Apr 19, 2012
gerne wieder. (: