Peter Clamat ist allgegenwärtig, denn selbst Freunde, die rein gar nichts mit dem Genre am Hut haben, lieben seine Usual Situations EP. Tantomal, der Track schlechthin, ist, verglichen mit Clamats restlichen Arbeiten ungewöhnlich harmonisch und friedvoll. Wir sind drauf hängen geblieben und wo man ihn hört, die Leute sind begeistert. Vor kurzem im Auto auf dem Weg nach Halle wurde spontan gejubelt: “Geil, den hab ich ewig nicht mehr gehört. Dreh auf!”
Über die Jahre habe ich den Guten etwas aus den Augen verloren. Das wird daran liegen, dass Clamats Musik eher nicht für die Liebe auf den Ersten Blick geschaffen ist und mich zeitweise an Free Jazz denken lässt. Free Jazz ist Exzess, ist Improvisation, ist Liebe. Es geht klarer, aber nach all den Tracks mit verworrenen Voicesamples und derlei total verrückten Tönen, von denen ich nie gedacht hätte sie jemals in der Musik zu hören, bin ich mir sicher, dass der Kerl gar nicht anders will und dass man seine Musik nehmen muss wie sie kommt. In meinem Fall strahlt die Musik von Peter Clamat etwas dermaßen anziehendes aus, dass ich mir kaum ein freies Net Release von ihm nicht lade, was nicht heißt, dass mir diese auch immer gefallen. Seine Elektroherde Platte rief Zweifel in mir hervor und ich bezeichnete sie damals als eine Art Hassliebe. Womöglich liegt darin auch der große Reiz für mich, seine Musik immer wieder zu hören.

Vision Seven (Lopez City) (7:20)

Vision Eight (Parc D´Hiver) (5:02)

Vision Ten (Chez Julian) (7:58)