Paul Kalkbrenner hat letztens für deutsche Soldaten in Afghanistan gespielt. Beim Kraftfuttermischwerk wird in den Kommentaren überwiegend rumgeätzt, dass das doch nicht sein könne. Ich sehe das etwas anders, möchte aber auch nicht mehr sagen als: Solche Auftritte sind nicht selten, nirgendwo. Sowas kann man machen, muss man aber nicht. Wir sollten uns aber schon gar nicht das Recht herausnehmen beurteilen zu können, ob die Sodaten in Afghanistan sowas vom Steuerzahler bezahlt bekommen dürfen, oder nicht.
Anhand der Kommentare nach Postings wie solchen, kann man sehen wie zumindest ein großer Teil der Szene tickt. Das Paul Kalkbrenner seinen Kredit in der Szene schon lange verspielt hat wissen wir. Da wird vom Ausverkauf des Techno gesprochen. Techno sei immer öfter schon gleich Pop, der wahre Insiderkram für die coolen Menschen käme im Club.
Dieses Verhalten ist viele eher ein Grund zum Kopfschütteln, als ein Auftritt eines Künstlers oder einer Band im Kriegsgebiet, dessen Sinn und/oder moralische Verwerflichkeit kaum ein Ottonormaldeutscher einzuschätzen weiß. Eine Szene die sich oft als besonders Tolerant bezeichnet, zeigt hier ihr wahres Gesicht. Wo endet Szene, wo beginnt Pop, wann muss ich aufhören einen Künstler zu mögen, weil er womöglich einfach nur Erfolg hat und ist internationaler Durchbruch wirklich tabu? Ist das Neid liebe Freunde der elektronischen Tanzmusik? Paradoxon.


2 comments
g.langendörfer says:
Jan 21, 2011
weise gesprochen…dieses ganze “wir sind die guten” und der rest ist sch… gelaber: ausdruck von intoleranz und, ja, immer auch neid- war schon bei den 68″er so(und davor, sehr ausgeprägt bei den 33″er) und wird auch immer so bleiben, solange leute mit wenig selbstbewußtsein sich zu heroen eines sonstwas erklären, weil sie sonst nichts wären: wenn jemand gute musik macht und diese wo auch immer vorträgt kann das nur zu einem guten ergebnis führen…
Richard says:
Jan 24, 2011
So sehr wollte ich das gar nicht ausweiten und Verallgemeinern, aber auch gut. :)