Das war sie nun, die Audio Invasion. Nachdem wir uns die letzten Jahre nie so richtig entscheiden konnten und am Ende einfach vergaßen uns drum zu kümmern, zumal der Preis ja auch ein happiger ist, haben wir es dieses Jahr nicht zuletzt auf Grund des großartigen Line-Ups durchgezogen.
Unser erster Act, Brandt Brauer Frick, war ein harter aber schöner Einstieg.Von dem was ich bisher gehört habe, also Live und Aufnahmen, sind die drei Live wirklich nur zu empfehlen. Leider war es wirklich randvoll und viel zu früh. Die Spielzeit bis kurz nach Mitternacht reichte leider kaum um anzukommen und direkt ausgelassen das Tanzbein zu schwingen. Trotzdem: Alles gut. Ich bin immernoch überrascht und geplättet von dem Sound.
Weiter ging es nach gefühlt 30 Minuten Tingelei durchs Gewandhaus mit einem bisschen Nôze – hat mich persönlich allerdings kaum vom Hocker gerissen. Das kann aber auch daran liegen, dass es im Mendelssohn Foyer ätzend voll war. Ich bin da bekanntlich empfindlich, was mir an dem Abend auch des öfteren vorgehalten wurde. Ist mir aber herzlich egal. Igendwo hört der Spaß auch auf. Weniger voll war es im Hauptfoyer bei Lake People, der mich wieder einmal sprachlos machte. Beim ersten Ton aus den Boxen war der kommerzielle Charakter der Veranstaltung vergessen, das Publikum ausgelassener und fröhlicher als vorher und alles drumherum auf einmal unwichtig. Egal wie viele Leute nur wegen Beardyman kamen, so frenetisch wie da gejubelt wurde, kamen einige bestimmt auch wegen Lake People. Wobei Beardyman nicht so gut war. Seine Videos im Internet sind irgendwie lustiger und was er Live so machte war für mich nicht so spannend. Technisch, das ist ganz klar, ist das aber absolut beeindruckend.
Während ich Lake People genossen habe zog es Jonas zu Henrik Schwarz, der wie mir mehrfach versichert wurde, “einfach nur hammergeil” war. Azari & III machten mir wieder klar, wie lange mein letztes richtiges Konzert, das dürften die Ärzte vor vier Jahren gewesen sein, schon her ist. Ich weiß gar nicht wie ich mich verhalten soll wenn da so viele Menschen rumstehen und sich so ein Konzert “angucken”. Ehrlich. Aber Hungry For The Power war schon fein. Peaches war irgendwie verstörend. Jonas verzog sich lieber gleich zu den Ostgutton-Jungs, während ich mein Glück versuchte und knapp der Sektdusche entkam. Nur um am Ende festzustellen, dass zwei Stunden Peaches ziemlich lange sein können. Ich hätte eine Stunde gegen eine Briese Flexibilität getauscht, denn dass die Veranstalter nach dem Beardyman-Auftritt dem Publikum die Zugabe verweigert haben wurde sogar in der Zeitung erwähnt.
Aber so ist das eben, wenn “Hochkultur” auf “Subkultur” trifft. Da wird eins nach dem anderen abgehandelt ohne für eine gewisse Dynamik Platz zu lassen. Das kann eben gut oder auch schlecht sein. Wobei sich keiner wundern braucht, wenn das Gewandhaus am nächsten Morgen fit für Verdis “Messa da Requiem” sein muss.
Der Text mag jetzt vielleicht in manchen Augen etwas unstrukturiert und durcheinander daherkommen. Aber so war der Abend nun mal: von Einem zum Nächsten und dann wieder zurück, oder woanders hin. Zumal die eine Stunde Spielzeit, die fast alle hatten, irgendwie immer zu kurz war. Die Audio Invasion war jedenfalls kein Abend, der im Gedächtnis hängen bleibt. Leider.





