A Forest veröffentlichen auf Analogsoul, dem Label mit dem ‘Soul’, ihre neue 5 Track EP ‘A Square’. Bereits Ende Februar konnte ich mir im Analogsoul Laden in der Südvorstadt die in einfache Hüllen aus Pappe verpackten CDs abholen. Bevor ihr aber unsere Einschätzung zu lesen bekommt, möchten wir ein paar Informationen zu A Forest streuen. Die Band, bestehend aus Franziska Benkert, Florian Wienczny und Fabian Schütze, übt sich in elektronisch angehauchter Musik vermischt mit jazzigen, poppigen und auch klassischen Elementen. Gerade mal zwei Jahre existiert dieses seltene Konstrukt aus 2 Stimmen, Schlagzeug, Klavier und Computer, was, hinsichtlich des ausgereiften Klanges, erstaunlich ist. Das Trio hat im letzten Jahr bereits ein ausgewachsenes Album mit dem fiesen Namen “leaves leaves fall fall rain fall” veröffentlicht. Hört man rein, wird man Unterschiede vor allem im Arrangement und der finalen Abmischung bemerken. Man könnte meinen der Sound klänge jetzt klarer während zugleich mehr Wert und Fokus auf die Stimmen gelegt wurde. Nichtsdestotrotz finden sich auf auf “leaves leaves fall fall rain fall” kleine potentielle Lieblingslieder. Persönlicher Favorit aus einmal quer hören, My Kite. Besonders der Mittelteil ist phantastisch mitreißend.

My Kite by A Forest

A Listener by A Forest

Richard
‘A Forest’ erinnert mich in vielerlei Hinsicht an ‘Hundreds’, wenngleich der Sound rauer und unvollkommener ist. A Square bekommt eine gewisse “Massentauglichkeit” mit auf den Weg gegeben, was vor allem bedeuten soll, dass ich die Platte dem größten Teil meines musikaffinen Umfeldes (und mit Sicherheit auch darüber hinaus) empfehlen kann. Die Stimmen von Franziska Benkert und Fabian Schütze harmonieren in diesem Bett aus Klängen hervorragend miteinander, während die analogen Drums von
Florian Wienczny einen Takt angeben der, gemessen an dem was ich in der Richtung bisher gehört habe, ungewohnt klar ist. Die Bindung zur elektronisch erzeugten Musik wird dabei nicht aus den Augen verloren, so lässt sich auch der an manchen Stellen ‘tanzbare’ Beat erklären. Gleichzeitig wirken analoge Elemente wie eben ein E-Piano oder Violinen unverzichtbar und geben dem Ganzen Soundkonstrukt einen besonderen Charme. Nach meinem kleinen Abstecher im Analogsoulland bin ich wirklich gespannt, was das Label in Zukunft noch so bieten wird.

Jonas
Als erstes habe ich das Cover gesehen und habe meinen nicht vorhandenen Hut gezogen. Das sieht schon mal sehr gut aus. Auch musikalisch gesehen bin ich von dem Werk überzeugt. Ein sehr elektronisch wirkender Klang, ein paar klassische Elemte wie Klavier oder Streicher zwischen drin. Das macht schon etwas her. Finde ich. Wo bei ‘Sea Lion’ und dem namensgebenden Titel ‘A Square’ ziemlich die Post abgeht, sind die darauf folgenden Tracks ‘A Listener’ und ‘Light’ irgendwie eher für ruhige Stunden gedacht und kommen ziemlich nachdenklich daher. ‘Swan’ steht da irgendwie dazwischen – bildet aber als fünfter Song ein recht melancholisches Ende. Richard hat vielleicht gar nicht so unrecht, wenn er sagt, dass es etwas an Hundreds erinnert, auch wenn Hundreds meist reduzierter daher kommt als A Forest. Grundsätzlich stelle ich fest: A Square gefällt mir. Eher für verregnete Tage gemacht als für den Sonnenschein des nahenden Frühlings. Trotzdem ein schön geschnürtes Paket Musik aus dem Hause Analogsoul. Mein Tipp zum Hören: dreht den Bass auf – wirkt noch mal besser.